{"id":192,"date":"2015-10-06T00:21:39","date_gmt":"2015-10-05T22:21:39","guid":{"rendered":"http:\/\/meerlust.frankweiner.de\/?p=192"},"modified":"2015-10-06T13:11:57","modified_gmt":"2015-10-06T11:11:57","slug":"der-neue-steg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/?p=192","title":{"rendered":"Am neuen Steg"},"content":{"rendered":"<p>Montag. Anstrengend in die Woche zu kommen, wieder\u00a0den Rhythmus der Arbeit zu finden. Viel ist zu tun, aber es f\u00e4llt oft schwer konzentriert dabei zu bleiben. Die Freude auf das n\u00e4chste Wochenende auf dem Boot motiviert aber jetzt schon wieder.<\/p>\n<p>Im Laufe der Woche beginnen dann zwischendurch schon immer wieder die Vorbereitungen. Ein paar Kleinigkeiten besorgen, schon mal was lackieren, Material und Werkzeug in die Packtasche legen. Beim Einkaufen auch immer mal eine Kleinigkeit in den Wagen legen, welche dann auf dem Boot ben\u00f6tigt wird.<\/p>\n<p>Die Arbeitswoche nimmt rasant jeden Tag mehr\u00a0an Fahrt zu, immer mehr Dinge sind zu erledigen. Erste Zweifel kommen auf: &#8222;Schaffe ich das alles bis zum Freitag?&#8220; Und . . . schneller als man dachte ist der Freitag da. Mittendrin im Arbeitsstress, alles so einigerma\u00dfen dann doch noch erledigt. Aber gerade deshalb und jetzt f\u00e4llt das Umschalten dann doch immer sehr schwer. &#8222;Jetzt ein ruhiges Wochenende und mal nix machen,\u00a0w\u00fcrde auch nicht schaden . . . &#8220; denke ich. Die 180 Kilometer jetzt noch fahren? Den Ruhepol und die Konstante namens &#8222;Familie&#8220; jetzt verlassen?<\/p>\n<p>Nun gut, man hat es sich so vorgenommen, f\u00e4hrt dann auch los und mit jedem Kilometer Distanz zum B\u00fcro und zur Arbeit und mit jedem gewonnen Kilometer in Richtung Boot und Steg und Ruhe, steigt die Vorfreude. Das H\u00f6rbuch l\u00e4sst die knappen 2 Stunden Fahrzeit schnell vor\u00fcbergehen. Die gezwungenerma\u00dfen, moderate Geschwindigkeit in den Niederlanden, welche ich sehr sch\u00e4tze, sorgt daf\u00fcr, das die Tankanzeige weiterhin im oberen Bereich bleibt und sich dort sehr wenig regt.<\/p>\n<p>Ein gewisse Spannung bef\u00e4llt mich immer, wenn das Auto auf dem Parkplatz der Marina abgestellt ist. Wenn man dann in Richtung Steg l\u00e4uft, die Barriere des Deiches \u00fcberschreitet. Liegt das Boot noch da? Alles in Ordnung damit? Ist alles\u00a0so, wie ich es verlassen habe? Ja. Alles genauso wie vor einigen Tagen. Jedesmal bin ich erstaunt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image.jpeg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-188\" src=\"https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image-1024x768.jpeg\" alt=\"image\" width=\"580\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image-300x225.jpeg 300w, https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image-600x450.jpeg 600w\" sizes=\"(max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Freude. Vor allem auf diese Stimmung am Steg, am Wasser, auf dem Boot. Diese Ruhe, das leise, sich immer wieder\u00a0ver\u00e4ndernde\u00a0Ger\u00e4usch des Wassers. Das Licht! Gerade jetzt in der Abendstunde. Wenn der Himmel klar ist, wenn die Sonne am Horizont versinkt. Schnell die Taschen an Bord bringen. Ein Glas Rotwein nehmen und einfach hinsetzen und schauen und genie\u00dfen. Bis die Sonne am Horizont verschwindet. Viel zu schnell.<\/p>\n<p>Der neue Liegeplatz. Beim letzten Mal habe ich das Boot umgesetzt. Mein alter Platz war an einem Steg mit Charterbooten, Schulungsschiffen, Incentivefirmen. Ich hatte das Gef\u00fchl, das es dort viel zu unruhig war. Zu viel Betrieb &#8211; zumindest f\u00fcr mich. Der Entschluss des Wechselns in einen anderen, ruhigeren Teil des Hafens war genau richtig. Weit und breit niemand an diesem Steg, nur ein \u00e4lteres\u00a0Ehepaar ein\u00a0paar Liegepl\u00e4tze weiter auf der anderen Stegseite\u00a0&#8211; zumindest an diesem Wochenende. Hoffentlich bleibt es so.<\/p>\n<p>Der Mond sorgt f\u00fcr Licht und Romantik.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image2.jpeg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-190\" src=\"https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image2-1024x768.jpeg\" alt=\"image\" width=\"580\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image2-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image2-300x225.jpeg 300w, https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image2-600x450.jpeg 600w\" sizes=\"(max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sch\u00f6ne Dinge und Eindr\u00fccke m\u00f6chte und muss man aber auch irgendwie teilen. Sonst ist es nur halb so sch\u00f6n.\u00a0WLAN funktioniert hier einwandfrei, ein Accesspoint ist an einem Mast ein paar Meter von der &#8222;Meerlust&#8220; entfernt. Schnell ein &#8222;Selfie&#8220; des einsamen Seeb\u00e4rs in der Abendstimmung gemacht und an die Familie gesendet. Vielleicht kann man ein wenig des Sch\u00f6nen vermitteln, ein wenig Nahrung der Hoffnung geben, das auch die Familienmitglieder dies mal erleben m\u00f6chten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image1-e1444081009404.jpeg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-189\" src=\"https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image1-e1444081009404-1024x768.jpeg\" alt=\"image\" width=\"580\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image1-e1444081009404-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image1-e1444081009404-300x225.jpeg 300w, https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image1-e1444081009404-600x450.jpeg 600w, https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/image1-e1444081009404.jpeg 1280w\" sizes=\"(max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sobald die Sonne untergeht wird es empfindlich kalt. Schade. Jetzt rein in die Kaj\u00fcte. Die Steckschoten rein, also T\u00fcr zugemacht. Ein wenig Arbeit lag noch vor mir. Die Wasserpumpe war defekt. Eine neue hatte ich besorgt und wollte nun eingebaut werden. Meistens klappt es ja nicht so\u00a0recht zufriedenstellend mit den ganzen Arbeiten und Reparaturen. Irgendwas geht immer schief und muss nachgearbeitet werden. Nicht so an diesem Abend! Alles perfekt mit dem Einbau, funktioniert auf Anhieb alles. Dann noch das Essen zubereitet und das war dann auch schon der erste Abend dieses Wochenendes!<\/p>\n<p>Ein herrlicher Samstag morgen. Lange schlafen, dann auf das Fr\u00fchst\u00fcck freuen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_0441-e1444128438372.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-217\" src=\"https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_0441-e1444128438372-1024x765.jpg\" alt=\"IMG_0441\" width=\"580\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_0441-e1444128438372-1024x765.jpg 1024w, https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_0441-e1444128438372-300x224.jpg 300w, https:\/\/meerlust.frankweiner.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_0441-e1444128438372-600x448.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wind ist keiner da, auch deshalb wird dann die ToDo Liste aus der Kladde an diesem Samstag abgearbeitet. Der ganze Tag ist mit Arbeit ausgef\u00fcllt. Am Nachmittag dann ein Spaziergang entlang der K\u00fcste. Die anderen Boote beobachten. Viele sind nicht mehr drau\u00dfen um diese Zeit. Ein Reiher f\u00fchlt sich von mir gest\u00f6rt und fliegt immer wieder vor mir von links nach rechts.<\/p>\n<p>Der Abend kommt, die Abendstimmung, morgen am Sonntag werde ich wieder segeln.<\/p>\n<p>Es klappt immer besser. Die Vorrichtungen am Steg mit Sorgleinen und Fender helfen beim Ablegen. Das Boot dreht weiter r\u00fcckw\u00e4rts einfach nicht ein. Da muss ich mir eine andere Taktik beim n\u00e4chsten Mal zu recht legen. Die Angst weicht jedenfalls alleine loszufahren. Es ist nur noch Respekt da. Das sollte auch besser so bleiben. Auch das Segelsetzen klappt ganz gut. Allerdings ist es weiterhin\u00a0aber schwer das Boot\u00a0alleine im Wind zu halten. Zu viel Winddruck von der Seite &#8211; ich bekomme die Fock einfach nicht hoch und durchgesetzt. Auch bleiben die Probleme beim Wenden. Die Vorschoten bleiben permanent bei diesem Man\u00f6ver an den Mastklampen h\u00e4ngen. Da muss ich einfach zu oft nach vorne auf das Deck laufen. Und wenn ich diese frei habe, bleibt das Vorsegel dann an den Wanten h\u00e4ngen. Nein, das kann es noch nicht sein. Ich habe viel gelesen dar\u00fcber, \u00e4hnliche Probleme haben einige. Es gibt auch keinen allgemeing\u00fcltigen Tipp, wie es funktionieren kann. Das muss individuell rausgefunden werden. Ich bleibe dran.<\/p>\n<p>Nach einigen Stunden auf dem Ijsselmeer flaut es erheblich ab, ich nehme Kurs auf den Heimathafen. Das Anlegeman\u00f6ver klappt fast ideal. Ein wenig zu hektisch von mir. Da noch mehr Ruhe reinbringen, dann bin ich damit zufrieden. Schnell muss man trotzdem sein als Einhandsegler.<\/p>\n<p>Das Boot wird dann klar gemacht, alles verstaut, gepackt und ausgecheckt. Die R\u00fcckreise steht an.<\/p>\n<p>&#8222;Bis zum n\u00e4chsten Jahr!&#8220; h\u00f6re ich dann auf dem Steg. Das \u00e4ltere Ehepaar ruft von weitem und verabschiedet mich. &#8222;Nein, Nein . . . in ein bis zwei Wochen bin ich wieder da&#8220; sage ich.<br \/>\nJa, nur WIR gehen auf &#8222;gro\u00dfe Fahrt&#8220; . . .<\/p>\n<p>Erst auf dem Weg zum Parkplatz wird mir bewusst, was wahrscheinlich gemeint war. Das Rentnerehepaar wird in den S\u00fcden fahren und dort \u00fcberwintern. Das ist die einzige Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese Verabschiedung. Mit dem Segelboot. Respekt. Ich bin nachhaltig beeindruckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag. Anstrengend in die Woche zu kommen, wieder\u00a0den Rhythmus der Arbeit zu finden. Viel ist zu tun, aber es f\u00e4llt oft schwer konzentriert dabei zu bleiben. Die Freude auf das n\u00e4chste Wochenende auf dem Boot motiviert aber jetzt schon wieder. Im Laufe der Woche beginnen dann zwischendurch schon immer wieder die Vorbereitungen. 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